Anwendung von Perfluorotributylamin in der komplexen Netzhautablösungs-Chirurgie
Anwendung von Perfluorotributylamin bei komplexer Netzhautablösungschirurgie
Perfluorotributylamin ist eine hochkarbonhaltige, fluorierte Flüssigkeit, die sich durch hohe Sauerstofftragekapazität, Farblosigkeit, Transparenz und eine höhere spezifische Dichte als Wasser auszeichnet. Ursprünglich als Blutersatz für die extrakorporale Zirkulation in der herz- und thorakalen Chirurgie entwickelt, wird es aufgrund seiner einzigartigen physikalischen Eigenschaften seit kurzem in der Augenheilkunde eingesetzt. Als temporäre intraokulare Tamponade verbessert es die chirurgischen Techniken erheblich, indem es die Netzhaut abflacht und fixiert.
Perfluorotributylamin ist farblos, transparent und von geringer Viskosität, wodurch es leicht injiziert und entfernt werden kann. Sein Brechungsindex liegt nahe dem von Wasser, aber seine spezifische Dichte ist größer, und es besitzt eine hohe Oberflächenspannung, wobei es nicht mit Wasser mischbar ist. Bei Injektion in das Auge bildet es eine Meniskusgrenzfläche auf der Netzhautoberfläche und übt dadurch eine Abflachungs- und Fixierungswirkung auf die Netzhaut aus. Als temporäre intraokulare Tamponade wurde bisher keine chemische Toxizität beobachtet.
Bei Patienten mit riesigen Netzhautrissen, insbesondere bei solchen mit umgeklappten posterioren Netzhautlappen, war die Reattachment durch Flüssig-Gas-Austausch historisch schwierig. Diese Herausforderung wurde in Abwesenheit eines rotierenden Operationstisches noch verschärft. Die Anwendung von Perfluorotributylamin vereinfacht das Verfahren erheblich. Nach Vitrektomie und Ablösung abnormal proliferierender Membranen, sobald die Netzhautmobilität im Wesentlichen wiederhergestellt ist, flacht die langsame Injektion von Perfluorotributylamin vor der Sehnervenscheibe die Netzhaut allmählich ab, während subretinales Flüssigkeit (SRF) durch periphere Risse ausgestoßen wird.
In Fällen mit verbleibenden epiretinalen Membranen erleichtert die Grenzfläche deren Identifizierung und Ablösung. Dies ermöglicht den Wechsel zwischen Injektion und Ablösung, bis die Netzhaut vollständig abgeflacht ist. Anschließend wird Endophotokoagulation oder externe Kryopexie am Rand der Risse angewendet. Durch dieses hochkarbonhaltige, fluorierte Flüssigkeit abgeflachte Netzhäute zeigen eine gute Stabilität, verhindern ein Verrutschen an den Rissrändern und minimieren verbleibende subretinale Flüssigkeit.
Die zugrunde liegenden Prinzipien sind wie folgt:
Öffnung des Trichters: Es hilft beim Öffnen trichterförmiger Netzhautablösungen und erleichtert die vollständige Ablösung epiretinaler Membranen.
SRF-Ausstoß: Es ermöglicht den Ausstoß von subretinaler Flüssigkeit durch periphere Risse, wodurch die Notwendigkeit einer posterioren Retinotomie und Drainage vermieden wird. Dies reduziert das Blutungsrisiko, das mit dem Schneiden der Netzhaut verbunden ist, und das Potenzial für postoperative lokale Membranproliferation.
Wichtiger Hinweis: Es ist wichtig, die posteriore Migration von subretinaler Flüssigkeit zu verhindern, da diese die intraoperative Laseranwendung beeinträchtigen kann. Diese Situation tritt typischerweise auf, wenn sich subretinale Flüssigkeit vor der Grenzfläche der schweren Flüssigkeit befindet und nicht vollständig abgeleitet wird. Daher sollte vor der Entfernung der schweren Flüssigkeit ein lokalisierter Flüssig-Gas-Austausch im oberen Teil der Grenzfläche durchgeführt werden. Der Augapfel sollte dann vom Riss weg geneigt werden, um periphere subretinale Flüssigkeit auszustoßen und die periphere Netzhaut abzuflachen. Erst dann sollte die schwere Flüssigkeit entfernt und durch einen Luft-Flüssigkeits-Austausch ersetzt werden.